Shlomo & Herzlich Willkommen

Historie

  • Der Name "Tur Abdin"
    Der Tur Abdin, übersetzt „Berg der Knechte (Gottes)“, ist ein Gebirgszug am Oberlauf des Tigris, der vom 4. bis 7. Jahrhundert die Grenze zwischen Ostrom und dem neupersischen Reich der Sassaniden bildete und bezeichnet ein Gebiet im heutigen Südosten der Türkei.
    Die antiken Bewohner waren Suryoye (Aramäer/Assyrer). Die meisten ihrer Dörfer existierten bereits vor unserer Zeitrechnung. Die Bewohner vom Tur Abdin wurden schon im 1. Jahrhundert von dem Apostel Thomas und dem Missionar Thadäus missioniert.
    Zu den ältesten noch heute bestehenden Klöstern gehört Mor Gabriel (Qartmin), eine Gründung des 4. Jahrhunderts sowie das Ananiaskloster (Dayr Za´faran) mit der Kirche aus dem 6. Jahrhundert, das für Jahrhunderte auch Sitz des Patriarchen war. Beide Klöster sind bis heute Bischofssitze der Syrisch-Orthodoxen Kirche, der die heutigen Suryoye (auch Syrer oder Syro-Aramäer) angehören. Die Suryoye sprechen eine uralte, semitische und bis heute erhaltene Sprache, (Syrisch-) Aramäisch/Assyrisch. In der Türkei und insbesondere im Tur Abdin gehören die Suryoye zu einer absoluten christlichen Minderheit.
  • Die ersten Schritte zur Vereinsgründung
    Im Zuge der Gastarbeitersuche kamen ab den 1960-ern auch Suryoye nach Deutschland, die in erster Linie nur in der Kirchengemeinde organisiert waren. Durch den Wunsch, nicht nur als Kirchen zu funktionieren, wurde Anfang der 1970-er von ein einigen Jugendlichen, eine Jugendgruppe gegründet, die zwar noch keinen Namen, aber das Ziel hatte, an kirchlichen und kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen.
    Schließlich hatte man Mitte der 1970-er eine echte Folkloregruppe, die bei kirchlichen und kulturellen Veranstaltungen auftrat. Von dieser Gruppe geleitet, kam Ende der 1970-er die Idee auf, auch eine Fußballmannschaft zu gründen.
  • Gründung des BFC Tur Abdin Berlin ´83 e.V.
    Anfang der 1980-er gründete man dann eine Fußballmannschaft, die sich zunächst nur in der Freizeit traf. Dieser Mannschaft gab man den Namen Kultur- und Sportverein Tur Abdin. Man entschied sich zu diesem Namen, weil er nach Meinung der Gründungsmitglieder den neutralsten Namen für die Suryoye darstellte und die meisten aus dem Tur Abdin selbst kamen.
    Ab 1982 spielte man dann im Berliner Freizeitverband mit – 1983 erfolgte dann die Eintragung als eingetragener Verein.
    Nach vielen erfolgreichen Jahren im Freizeitverband, stieg man, nachdem man als letzte Voraussetzungen 1990 eine Jugendmannschaft gegründet bzw. Schiedsrichter gestellt hatte, 1992 in den ordentlichen Bereich des Berliner Fußballverbandes, sprich in die Kreisliga auf.
  • Kultur und Soziales
    1985 wurde in Deutschland die Föderation der Aramäer (Suryoye) in Deutschland e.V (FASD) gegründet, der man als einer der Gründungsvereine bis heute angehört. Dieser Föderation gehören auch zwei ehrenamtliche Mitglieder des Vereins an. Zudem hatte man über viele Jahre immer Vereinsmitglieder im Vorstand der Föderation.
    Aus dieser Arbeit entstand die weitere Mitarbeit in der Ökumene, so dass man heute im Vorstand des Internationalen Konvents Christlicher Kirchen aus dem Nichtdeutschen Sprachraum ist.
    In den 1980-er Jahren stellte dann die Integration und Betreuung Aramäischer Familien in der Deutschen Gesellschaft einen Schwerpunkt dar, da ca. 80% der Mitglieder als Asylsuchende nach Deutschland kamen. Diese Arbeit wurde hauptsächlich von zwei Vereinsmitgliedern übernommen.
    Der Senat von Berlin unterstützte im Zuge der Vereinsgründung, in diesem Zeitraum über vier Jahre lang, Deutsch- und Integrationskurse durch Aramäer, die aus dem Verein kamen. Durch die große Unterstützung der Familien seitens des Vereins,wurde der Kontakt zum Verein und die Teilnahme an den Vereinsaktivitäten größer, wodurch die Mitgliederzahl stetig anwuchs.
  • Der Verein heute
    Der Verein ist heute ein Aramäischer Jugend-, Sport- und Kulturverein, der mit dem Namen Tur Abdin Berlin e.V. im Vereinsregister eingetragen ist und derzeit 155 eingetragene Mitglieder hat.
    Der Verein verfolgt die Erhaltung und Pflege der Sprache, Kultur und Geschichte der Aramäer, die soziale Betreuung der in Berlin lebenden Aramäer, Jugendarbeit, Integrationshilfe, sportliche Aktivitäten und die Zusammenarbeit mit der Syrisch-Orthodoxen Kirche sowie anderen Hilfsorganisationen.
  • Vorstand
    1. Vorsitzender: Albert Tümann
    2. Vorsitzender: Alexander Mischke
    Kassenwart: Edvard Turan
    Schriftführer: Thomas Marogi